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Wandersegelflug 2005



Nachdem Andrea und ich bereits 2004 erste Eindrücke und Erfahrungen bei einem Wandersegelflug sammeln konnten, freuten wir uns schon auf unser Vorhaben 2005.

Durch unsere Erfahrungen 2004 wollten wir aber einige Dinge anders machen. So wollten wir, um uns lästige Zimmersuchen zu ersparen, in einem Zelt schlafen. Außerdem sollte unsere Routenwahl 2005 von Innsbruck ins Flachland führen, um uns bei gewittrigen Wetterlagen ein Umfliegen zu ermöglichen bzw. auch bei schlechterem Wetter Flüge durchführen zu können. 

Flugzeugtechnisch hat unser Verein, Flugsportzentrum Tirol nachgebessert.

Unser Twin III SL wurde in den Wintermonaten generalüberholt und war sowohl Innen wie Außen besser als neu!

Da der Wetterbericht für unseren geplanten Abflugtag nicht gerade berauschend war, starteten wir am Donnerstag den 28.Juli, einen Tag vor unserem eigentlich geplanten Abflugtag. Dank meines Chefs der mir – mein fliegerisches Vorhaben kennend – frei gab, war dies möglich. Wohlgleich es sicherlich oftmals schwieriger ist, mir unterm Jahr an einzelne Tage für Streckenflüge frei zu geben. In der heutigen Zeit sicherlich viel wert, wofür ich mich hier auch einmal bei meinem Chef bedanken möchte! Am Vormittag hatte ich genug Zeit das Flugzeug zu überprüfen und zu beladen, denn Andrea musste bis Mittags arbeiten.

1. Tag Innsbruck – Locarno – Aosta:

Startbereit und vollbepackt hoben wir um 12:42 Uhr im Eigenstart Richtung Aosta ab.

Bei den Miemingern konnten wir bei schwacher Thermik den Motor abstellen und unseren Flug im Segelflug fortsetzen.

Nachdem wir nach 40 Minuten Segelflugzeit erst bis zum Eingang des Paznauntales gekommen waren und ein Durchfliegen aufgrund der immer noch tiefen Basis nur mit Bauchweh möglich gewesen wäre, entschlossen wir uns bis Galtür mit Motorhilfe zu steigen.

Wirklich nutzbare Thermik war hier leider noch nicht zu finden. So führte unser Gleitflug zu einem Sonnenbeschienen Hang östlich von Gaschurn im Montafon.

Mit anfänglich mühseligen 0,7m/s kämpften wir um den Anschluss. Belohnt wurden wir 15 Minuten später mit einem Thermikbart, der uns mit 1,9 m/s in 9 Minuten um über 1000 Meter höher auf 3000 Meter brachte. Endlich hatten wir ausreichend Höhe, welche uns ein schnelles Weiterfliegen ermöglichte.

Steigwerte im Mittel mit 2,5 m/s und eine Basis von gut 3000 Metern brachten uns in der nächsten Stunde gut weiter. Die Sicht auf die wunderbare Bergwelt wurde, je weiter wir Richtung Westen flogen, leider schlechter.

Dadurch, dass die Wolken sich auf den Bergen aufzulegen begannen, entschlossen wir uns alsdann den Ausweichplatz Locarno anzufliegen.

Beim 40minütigen Gleitflug hatten wir noch Zeit nachzudenken, ob es Sinn hat zu versuchen Aosta zu erreichen. Da wir doch schon knapp 4 Stunden in der Luft waren landeten wir aber in Locarno.

Leider war uns ein Bleiben bis zum nächsten Tag nicht möglich, da uns die Mitarbeiter des Platzes erklärten, dass am nächsten Tag militärische Fallschirmabsetzflüge stattfinden und deshalb ein Start nur auf der Grasbahn erwünscht ist. Auch unser schönes neues Zelt darf in Locarno aufgrund seiner Militärzugehörigkeit nicht aufgestellt werden.

Da uns also ohnedies eine Nacht in einem teuren Hotel bevorgestanden hätte, wurde die Entscheidung, das Geld in die Motorlaufzeit für einen Flug am selben Tag nach Aosta zu investieren, schnell getroffen.

Nachdem wir die Zollformalitäten erledigt hatten hieß es Flugplan aufgeben. Im Vergleich zum letzten Jahr, wo wir uns mit dem Schweizer „Flugplanautomaten“ herumschlagen mussten, war die Flugplanaufgabe heuer dank dem neuen Service „Homebriefing“ der Austrocontrol denkbar einfach.

Um 17:42 Uhr, nachdem uns der Betriebsleiter netterweise noch mit seinem Auto an die Startstelle geschleppt hatte, starteten wir Richtung Aosta. Belohnt wurde unsere Entscheidung mit dem traumhaft schönen Ausblick auf den Lago Magiore. Segelfliegerisch war leider nichts mehr zu erwarten. Erst beim Einflug ins Aostatal konnten wir den starken Talwind nützen, dank dem wir nach 1 Stunde und 26 Minuten Flugzeit in Aosta bei ca. 20 Knoten Wind landen konnten.

Nachdem der Twin sicher verzurrt und die Zollabfertigung erledigt war, fuhr uns ein Taxi zum nahe gelegenen Campingplatz. Ein Glück, dass am Campingplatz eine sauber Dusche und ein gutes Restaurant auf uns warteten!

Schnell schliefen wir nach einem guten italienischen Abendessen in unsere extrakleinen Schlafsäcke eingepackt ein.

2. Tag Schlechtwetter in Aosta:

Am nächsten Tag wurden wir aber leider vom trommelnden Geräusch der Regentropfen auf unserem Zelt geweckt. Die vom Wetterbericht angekündigte Schlechtwetterfront war da. Der Fernsehwetterbericht, den wir beim Frühstück sehen konnten, verhieß nichts Gutes. Wir entschlossen uns deshalb unser nasses Zelt abzubauen und uns für die nächste Nacht doch ein Zimmer beim Flughafenhotel zu nehmen.

Nach dem Einzug im Hotelzimmer brachten wir unseren Twin zum Hangar des ortsansässigen Flugvereines, damit die Zeit wenigstens zum Laden der Batterien genutzt werden konnte.

Währendessen besichtigten wir die Altstadt von Aosta, in der sich ein Schlechtwetter-, bzw. segelfliegerisch nicht nutzbarer Tag schön vertreiben lässt.

Ein schöner Tagesausflug ging zu Ende und wir hofften auf Wetterbesserung, als wir den Tag ausklingen ließen.

3. Tag Aosta – Neuchatel:

Schon Früh am Morgen sind wir wach. Ein Blick aus dem Fenster verunsichert. Viele Wolken, aber auch viel Wind. Unsere Frage, ob ein Flug über den St. Berhardpass möglich sein wird, kann uns aber auch am Flugplatz nicht beantwortet werden. Was uns der Wetterbericht aber schon sagen konnte, ist ein wenig berauschendes Segelflugwetter in den nächsten Tagen. Aussichten die unseren Entschluss ins Flachland zu fliegen untermauerten. Wir entschließen uns also zur Segelfliegerischen Entscheidung und packen unsere Sachen um zu Starten. Auch heute hilft uns das Homebriefingservice und wir geben nach Wetterinformation einen Flugplan zu unseren Etappenziel Neuchatel auf.

Obwohl wir in den letzten 2 Tagen täglich unser Flugzeug aufsuchten – und sei es nur um sicherzustellen, dass alles in Ordnung ist – wollten die Carabinieri Andrea, da sie ja weder einen Pilotenschein noch ein Flugticket besaß, am Abreisetag nicht mehr zu unserem Flugzeug lassen. Erst nach Ausstellung eines Sicherheitspasses durfte sie mit mir zum Flugzeug und unser Gepäck verstauen. Vielleicht ein Vorgeschmack auf das, was unsere heimischen Fluginteressenten in Innsbruck in Zukunft vor einem Schnupperflug zu erwarten haben?

Nachdem unser Twin getankt wurde, ging es zum Start und um 14 Uhr ab in die Luft, selbstverständlich, nachdem der Sicherheitspass wieder zurückgegeben wurde!

Knapp 30 Minuten später war Segelfliegen in turbulenter Luft möglich.

45 weitere Minuten später hatten wir es geschafft. Froh die Turbulenzen hinter uns lassen zu können flogen wir ins Rhönetal ein.

Wohlwissend, Neuchatel nun leicht zu erreichen, genossen wir das Abgleiten unserer fast 4000 Meter hinein ins Flachland hindurch zwischen atemberaubenden Wolkenformationen. Ein Bild, welches wir nur annähernd durch die zahlreichen Fotos die wir gemacht haben, festhalten konnten.

Durch tote Luft gleiten wir die nächsten 90 Kilometer vorbei am Genfersee Richtung Neuchatel. Die zuständige Luftraumüberwachung erlaubte uns leider keinen direkten Anflug, was uns einen kleinen Umweg bescherte. Mit den letzten Höhenmetern flogen wir über den See und landeten zufrieden in Neuchatel.

Von den Segelfliegern freundlich empfangen dürfen wir unser Zelt direkt neben unserem Flieger aufbauen. Die Segelflieger boten uns Fahrräder zum mieten an. Ein Service, den wir dankend annehmen. Ein Beispiel, welches gerne schule machen dürfte!

Da wir schon kurz vor 17 Uhr gelandet waren, wurde die geplante Radtour zu einem guten Restaurant doch eine respektable Runde. Was wir am nächsten Tag auch zu spüren bekamen.

Im flughafennahen Restaurant genossen wir bei strahlendem Sonnenschein ein gutes Abendessen direkt auf der Terrasse am Seeufers. So soll ein Urlaubstag enden!

4. Tag Neuchatel – Fricktal-Schupfart:

Schon am Morgen, als wir von den ersten Sonnenstrahlen geweckt wurden, war uns klar, dass heute der erste problemlose Segelflugtag zu erwarten war. Unser heutiges Tagesziel Fricktal-Schupfart, nur knapp 100 Kilometer entfernt, verhieß bei diesem Wetter viel Genuss. Somit konnten wir den Reizen dieser Landschaft viel Zeit widmen.

Fricktal-Schupfart war der einzigen Flugplatz den wir unbedingt von Beginn an anfliegen wollten. Hatten wir doch von Remo, einen befreundeten Schweizer Segelflieger, den wir in Innsbruck nach einer Außenlandung bei einem Wanderflug seinerseits kennen gelernt haben, eine Einladung erhalten, doch mal bei seinem Heimatplatz zu landen. Dieser Fixpunkt in unserer Flugvorbereitung hatte zudem den Vorteil, dass wir Remo einige Kleidung zum Wechseln im Voraus zuschicken konnten, was unseren Gepäckbedarf zu reduzierte.

Nach einer gemütlichen Radtour, bei der wir unser Frühstück einkauften, und einem netten Vormittag am Flugplatz starteten wir um 14 Uhr. Mittels „Push and Tow“ zog uns die Neuchateler Remoqeur in die Luft, denn die Bäume, die sich als Hindernis hinter der Startbahn auftaten, rieten angesichts unserer schwachen Startleistung zur Vorsicht.

Schon im Querabflug mit respektabler Höhe war es uns möglich uns vom Schleppflieger zu verabschieden und mit eigener Kraft weiter zu steigen. 5 Minuten nach unserem Start ging es dann auch schon in unmittelbarer Platznähe bei gutem Steigen im Segelflug weiter.

Fast 3 Stunden Zeit ließen wir uns um alle Eindrücke aufzunehmen. Was am Landebestätigungsstempel in unserem Flugbuch steht können wir nur bestätigen, „Not easy to find, but great to relax“! Wir fanden wirklich einen schönen kleinen Flugplatz mit netten Fliegerkollegen.

Unser Twin fand schnell einen Platz im Hangar und wir konnten mit Remo einen schönen Abend in Basel verbringen. Uns zu Ehren feuerten die Schweizer auch ein gigantisches Feuerwerk ab! Oder war es doch nur wegen dem Schweizer Nationalfeiertag? Schlafen konnten wir an diesem Tag bei Remo, der uns auch sonst, trotz eines nahenden grippalen Infektes, wirklich umsorgte.

5. Tag Fricktal-Schupfart – Coburg:

Am nächsten Morgen, Remo war schon sichtlich krank, gab uns der Wetterbericht Grund zum Grübeln. Uns war bekannt, dass sich eine Schlechtwetterfront näherte. Da wir aber 2 Tage keine Wetterkarten mehr studiert hatten, war das, was wir auf Remos PC sahen sehr ernüchternd. Der heutige Tag sollte für die nächsten 2 bis 3 Tage der einzig Fliegbare sein. Unsere Entscheidung Bayern in einer Etappe zu durchfliegen stand fest.

Bis zum Klippeneck, auf dem gerade ein Wetterbewerbspulk zu starten schien, kämpften wir mit Steigwerten so um 1m/s. Im selben Thermikbart mit gut 15 Doppelsitzern bei mageren 0,2 bis 0,5 m/s Steigen war es Andrea verständlicher Weise lieber, den Bart zu verlassen. Auch wenn wir dann unseren Motor in Anspruch nehmen müssen.

Wir entfernten uns also und Durchflogen mit Motorhilfe dieses Gebiet mit schwachem Steigen.

Wirklich gutes Steigen erwartete uns dann erst wieder ab dem Hornberg, ein Etappenziel, welches auch auf unserer Liste stand – nicht zuletzt, weil wir mit den Hornbergern bei unserer Urlaubsplanung netten Mailkontakt hatten.

Die Kontrollzonen auf unserem Weg umfliegend, navigierten wir uns nordwestlich an Nürnberg vorbei. Hier trafen wir die Entscheidung nicht nach Burg Feuerstein, sondern nach Coburg zu fliegen. Eine Entscheidungshilfe war sicherlich, dass sich die Regentage auf einem Flugplatz in Stadtnähe leichter verbringen lassen, als bei einer Flugschule, die sicherlich sehr interessant gewesen wäre, wenn Flugbetrieb stattfinden würde.

Nach 5 Stunden und 32 Minuten landeten wir also auf der brandneu wirkenden Asphaltpiste von Coburg/Brandensteinsebene. Auf feinst gemähtem Rasen, direkt neben dem Turm, durfte der Twin geparkt und verzurrt sowie unser Zelt aufgestellt werden.

Anschließend wurden wir von einem ortsansässigen Motorflugpiloten per Auto mit ins Tal genommen, wo wir in der Coburger Altstadt ein feines Abendessen bekamen. Dass der Flugplatz doch auf einem kleinen Berg steht merkten wir, als wir abends wieder zu Fuß Richtung Flugzeug und Zelt aufbrachen. Der kleine Umweg durch den Schlosspark zahlte sich aber auf jedem Fall aus.

Mutterseelenallein genossen wir das schöne Bild, welches uns der Sonnenuntergang im Hintergrund mit der „Feste“ bot. Kaum zu glauben, dass sich das Wetter ändern sollte.

6. + 7. Tag Schlechtwetter in Coburg:

Nieselregen weckte uns in unserem Zelt und gab somit den Wetterkarten des Vortages Recht. Angesichts der Kälte, die die Front mit sich brachte, bauten wir am Morgen unser Zelt ab, um für die nächsten beiden Nächte ein Hotelzimmer im flugplatznahen Hotel zu nehmen.

Die nächsten beiden Tage verbrachten wir bei fast herbstlichem Wetter in Coburg. Dass in dieser Woche auch ein Schützenfest in Coburg abgehalten wurde eröffnete uns neben Feste und Aquariumsbesuch, sowie einem netten Kinoabend, einige Sehenswürdigkeiten. Per Riesenrad kamen wir sogar an diesen Tagen einmal ein wenig in die Luft.

8. Tag Coburg – Vilshofen:

Andrea weckte mich mit den Worten „schau mal, die Wolkendecke hat große Löcher“. Erstaunlich, sagte doch der gestrige Wetterbericht etwas anderes voraus, nämlich das es regnen sollte. Aus dem Fenster geschaut, stellte ich schnell fest warum die Löcher entstanden. Es hatte in Wolkenhöhe bestimmt an die 25 bis 30 Knoten Wind. Da sich bei uns beiden schon leichte Anzeichen eines Lagerkollers bemerkbar machten, beschlossen wir auf jeden Fall zum Flugplatz zu fahren. Nach Studium der aktuellen Wetterkarten und Nachfrage in Vilshofen, stand fest, wir werden heute fliegen! Zwar sollte im Segelflug nicht viel zu machen sein, aber die Windrichtung war perfekt, denn wir sollten für die gesamte Teilstrecke von 240 Kilometern Rückenwind haben.

Obwohl wir am Vortag nicht damit gerechnet hatten heute zu fliegen, gelang es uns dennoch alles zusammen zu packen und schon um 10:04 Uhr zu starten. Wir entschlossen uns zu einem frühen Start, da wir nicht mit viel Segelflugmöglichkeiten rechneten und deshalb frühestmöglich in Vilshofen landen wollten, um vielleicht noch mit einem Schiff auf der Donau fahren zu können.

20 Minuten nach unserem Start kam es in Höhe von Bayreuth aber dann doch zu einer Überraschung. Wir fanden Steigen, genug um im Segelflug weiter zu fliegen. Wir mussten zwar bis zur Donau mangels Sicherheitshöhe noch dreimal den Motor ziehen, um einige Höhenmeter zu Erfliegen, konnten aber zwischendurch immer wieder größere Teilstrecken im reinen Segelflug zurücklegen. Bei diesem kräftigen Rückenwind war das Gleiten ein Genuss, wir fühlten uns wie in einem Offene-Klasse-Flugzeug.

Der Anflug entlang der Donau war sicherlich das Highlight dieses Fluges, der in der Platzrunde von Vilshofen endete.

Unsere Ankündigung, im leichten Steigen über Vilshofen noch ein wenig Kreisen zu wollen, wurde von Betriebsleiter mit einem Lächeln zur Kenntnis genommen. Nachdem wir uns für einige Zeit halten konnten, war aber ersichtlich, dass hier wirklich noch etwas Thermik war. Froh darüber mit nicht einmal einer Stunde Motorlaufzeit in etwas über 2 Stunden die 240 Kilometer zurückgelegt zu haben, landeten wir, den schönen Anflug über die Donau genießend, auf der Piste 30 von Vilshofen.

Bis ans Pistenende gerollt konnte das Flugzeug auch schon verzurrt werden.

Angesicht der Restfeuchte des Grases, auf dem wir auch unser Zelt aufstellen hätten können, und das eine gute Pension keine 5 Gehminuten vom Flugplatz entfernt zu finden war, sollte die letzte Nacht unserer Reise dort verbracht werden.

Unsere geplante Schifffahrt auf der Donau konnten wir leider nicht durchführen, da eine solche nur einmal täglich mit Abfahrt gegen 11 Uhr möglich gewesen wäre.

Dies hielt uns aber nicht ab bei einem Donauuferspaziergang zumindest die großen Frachtschlepper, die uns begegneten, zu bewundern. Etwas was wir Tiroler eben auch nicht oft zu sehen bekommen. Das Abendessen konnten wir dann schon bei fast wolkenlosem Himmel zu uns nehmen.

9. Tag Vilshofen – Hosin:

Unsere letzte Etappe sollte uns, wie ein Jahr zuvor, nach Hosin bringen, wo das Flugsportzentrum Tirol sein jährliches Fliegerlager abhielt. Einen Tag vor unserer geplanten Ankunft, jedoch mit einer wesendlich kleineren Flugroute, sollten wir ankommen. Nach unserer Flugplanaufgabe mittels Homebriefing und einem letzten Tee auf der Flughafenrestaurantterrasse bekommt unser Twin noch etwas Treibstoff, wurde er doch in der Schweiz das letzte Mal getankt.  

Um 11:44 Uhr, nachdem 2 Vilshofener Streckenflieger schon gestartet waren, ging`s los. Der Donau folgend, starteten wir Richtung Hosin. Mit anfänglichen Steigwerten von gut 1 m/s kamen wir recht schnell zur tschechischen Grenze.

Auf der Funkfrequenz von Praha Information hörten wir bekannte Stimmen. Es waren einige unserer Motorflieger, welche sich ebenfalls nacheinander mit ihren Einflug in Tschechien meldeten. Vorher vereinbart, hätte dies sicherlich nie funktionieret. Östlich Budweis erlaubte uns Praha Information die Frequenz zu verlassen um Hosin Info zu rufen. Vaclav – einer unserer tschechischen Fliegerkollegen  - begrüßte uns erfreut. Er rechnete mit einem späteren Eintreffen unsererseits, kündigte unser Flugplan doch eine Flugzeit von 3 Stunden an. Die Zollbeamten waren von Budweis gerade nach Hosin gekommen um unsere Motorflugzeuge abzufertigen. Verständlicherweise bat uns Vaclav, ob wir nicht ebenfalls landen könnten, um den Beamten eine zweite Fahrt zum Flugplatz zu ersparen. Eine Bitte, der wir natürlich nachkommen wollten. Wie schon von mir gewohnt, erlaubte er uns eine Rückenwindlandung auf der Asphaltbahn, damit ich nach der Zollabfertigung gleich zu einem erneuten Thermikflug aufbrechen konnte.

Nachdem ich Abends gelandet war komm auch schon unser Vereinskollege Thomas an, welcher mein Auto und einen Kofferraum voller Gepäck für die nächsten zwei Wochen des Fliegerlagers in Tschechien nach Hosin überstellte.

Sicherlich gut zu erkennen, dass Andrea auch beim Packen unseres Autos an Alles gedacht hatte!

Insgesamt flogen wir in diesen 9 Tagen auf 6 Flugtage verteilt 19 Stunden und 49 Minuten. Für diese Flugzeit benötigten wir knapp 4,5 Stunden Motorlaufzeit.

Trotz der Wetterlage und der damit verbundenen kurzen Etappen bescherte uns dieser Wanderflug wieder viele schöne Erinnerungen und Eindrücke. Er bestätigte wieder, dass solch ein Wandersegelflug viel zu bieten hat.

Walter Wartlsteiner, Flugsportzentrum Tirol