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Gummiseilstart in Niederöblarn, 10.-14.Oktober 2007



Ein Segelflugzeug, viele helfende Hände und ein Gummiseil. Eine Startart aus den Segelfluganfängen, aber auch heute noch spektakulär!

In den Anfängen des Segelfluges war der Gummiseilstart jene Startart, mit der die Segelflugzeuge in die Luft gebracht wurden. Heute ist es eher die Nostalgie, die einen dazu bewegt, diese Startart durchzuführen.

Doch wie funktioniert diese Startart?

Das Segelflugzeug wird am Schlepphacken oder der Schwerpunktkupplung mit einem Vorseil, welches an einem Gummiseil (Bungee-Jump-Seil) befestigt ist, verbunden.

Am anderen Ende des etwa 50 Meter langen Gummiseiles befindet sich ein V- oder Y-förmiges, unelastisches Auszugseil von je ca. 20 Metern Länge. An den jeweiligen Seilenden des Auszugseiles positioniert sich eine ca. 8 - 10-köpfige Startmannschaft („Gummihunde“), welche so das Gummiseil zunächst im Schritttempo, dann mit Schwung im Laufschritt ausziehen bzw. straffen.

Damit das Segelflugzeug nicht schon beim Ausziehen des Seiles mitgezogen wird, wird am flugzeugseitigen Ende des Gummiseiles ein Kupplungsseilstück befestigt, welches an einer im Boden verankerten Kupplung („Startfalle“) eingeklinkt wird.

Diese Startfalle wird über ein Auslöseseil vom Startmeister betätigt, sobald die Gummihunde das Gummiseil ausgezogen haben, und gibt somit das Segelflugzeug frei.

Am Wochenende vom 10. bis 14. Oktober bot sich die Gelegenheit in Niederöblarn, Steiermark, diese interessante Startart zu erlangen. Eine Gelegenheit die sich Birkl Andreas und ich nicht entgehen lassen wollten!

Organisiert wurde dieses Event von Dietmar Poll. Als Fluglehrer stand uns der erfahrene Welser Gummiseilstart-Fluglehrer Kurt Würleitner zur Verfügung.

Nach dem Aufrüsten der Segelflieger hieß es erst einmal Theorieunterricht, um dann am späten Vormittag endlich das Gelernte praktisch umzusetzen.

Die Starts für die Erlangung der Startartenberechigungen wurden direkt am Niederöblarner Flugfeld durchgeführt.

Am Samstag folgte dann der Höhepunkt dieses Events. Gummiseilstarts vom Sonnberg!

Schon in der Früh wurde von Dietmar die Startfalle und ein Lande-T positioniert. Nach einer spektakulären Berglandung von Dietmar mit seinem Lunak und anschließendem Briefing konnte der Flugbetrieb losgehen. 

Der wunderschön renovierte Doppelraab der Stuttgarter Segelflieger wurde am Berg aufgerüstet und konnte den ersten Start am Berg absolvieren.

 

Nachdem wir den Doppelraab und den Lunak in die Luft gebracht hatten, wollten wir aber endlich selbst fliegen. Also ab zum Flugplatz um die Flieger aus dem Hangar zu räumen. Gustl, der dritte Tiroler im Bunde, schleppte mich mit in nu per Flugzeugschlepp über die Bergwiese. 

Die anschließende Landung auf der doch eher kleinen Landezone war an sich schon ein Highlight.

Doch der Start vom Sonnberg mit einem Gummiseil entschädigte für all die Mühen der Vortage! Insgesamt konnten wir an diesem Samstag 11 Bergstarts mit 5 Flugzeugen absolvieren.

Am Sonntag, den letzten Tag dieses Events, konnten die restlichen Kursteilnehmer nutzen, um ihre erforderlichen Starts in Niederöblarn durchzuführen. Mit insgesamt 145 Gummiseilstarts in den 4 Tagen konnten 14 Piloten die Startartenberechtigung erlangen. Darunter 6 Fluglehrer, welche sicherlich dafür sorgen werden, diese traditionsreiche und vor allem kameradschaftliche Startart auch in Zukunft in Österreich zu erhalten!

Unser Dank gilt nicht nur Dietmar Poll für die Organisation, sondern auch Kurt Würleitner, der uns diese spannende Startart professionell und kameradschaftlich vermittelte! Aber auch allen Gummihunden, ohne die kein Start möglich wäre, sollten dankenswerter Weise erwähnt werden!

Und Filme über das Wochenende gibts hier:

(rechte Maustaste, Ziel speichern unter, abspeichern und anschließend öffnen)

Berglandung mit der Rhönlerche

Rhönlerche beim Gummiseilstart

Fernsehbeitrag Steiermark heute

Walter Wartlsteiner, Oktober 2007