Home Mail
Intern Reservierung
 
 Ausbildung
 Flugzeugflotte
 Streckenflug
 Startarten
 Berichte
 Fallschirmpacken 2011
 Zweite Schulungswoche Hosin
 Schulungswoche Hosin
 Hosin 2009
 Streckensegelflug, der Traum vieler Segelflugpiloten
 Ziellanden 2008
 Fliegerlager Hosin 2008
 Staatsmeisterschaft 2008
 Ein unvergesslicher Segelflug
 Frau, die sich traut
 Ausflug ins Flugzeugmuseum nach Oberschleißheim
 Reisetrend 2008
 FZT zu Gast bei der Modellbauausstellung in Hall
 Ziellandewettbewerb 2007
 Gummiseilstart in Niederöblarn, 10.-14.Oktober 2007
 Oktoberfest In Axams
 10 Jahre Fliegerlager Hosin
 Ein Wochenende in Istrien
 Segelflugimpressionen
 Alleinflieger 2007
 Bericht Schulsportwoche
 Flugbericht vom 03.04.2007
 Kurzurlaub in Hosin
 Sisteron 2007
 Wandersegelflug 2005
 Wandersegelflug 2004
 Schnupperflug
 Technik
 Infos-Neuigkeiten
 Events & Termine
 Jugend

Danke an Herrn Prof. Tiefenthaler Heinz, welcher uns das Erlebnis eines Gastfluges in einem Segelflugzeug in folgenden Bericht schildert!

Ein unvergesslicher Segelflug!

Am Sonntag, den 20. April 2008, habe ich den Gutschein für einem Mitflug im Segelflugzeug eingelöst, den mir meine Kollegen zu meiner Versetzung in den Ruhestand geschenkt hatten.

An diesem Tag war sonniges, warmes Wetter mit leichtem Südföhn und einzelnen Cumuluswolken am blauen Himmel über Tirol. Ausgerüstet mit warmen Pullover, einer Mütze gegen die Sonneneinstrahlung unter der Plexiglashaube des Cockpits, Sonnenbrille und Fotoapparat sind wir um ca. 12 Uhr vom Flughafen Innsbruck gestartet. Mein Pilot, Walter Wartlsteiner, hat mir erklärt, wie ich mich als vollkommener Laie während des Flugs zu verhalten habe, in die Bedienung des umgeschnallten Fallschirms wurde ich eingewiesen. Für alle Notfälle hatte ich sicherheitshalber ein paar Plastiksackerl eingesteckt.

Ein einmotoriges Motorflugzeug hat uns beim Start in Rchtung Westen hochgeschleppt, in der Gegend von Zirl wurde gewendet und dann entlang der Nordkette geflogen. Im Bereich der Seegrube wurde dann das Schleppseil ausgeklinkt, das Motorflugzeug hat sich verabschiedet, ab jetzt musste ich mich nur noch auf das Können und die Erfahrung von Walter verlassen, mit der Hoffnung auf günstige Winde. Vielleicht sollte ich auch bekennen, dass mich bei ausgesetzten Bergtouren oder allein beim Blick von einer hohen Brücke die Höhenangst befällt.

Interessanterweise hat mich diese Angst im Cockpit zu keinem Zeitpunkt gequält. Vielmehr habe ich die herrliche Aussicht auf Tirol, später dann Salzburg und die Steiermark genossen. Schneebedeckte Berge, von denen einzelne Skitourengeher grüßten, dunkle Waldhänge an den Bergflanken, grüne Wiesen im Tal mit den Bächen, Flüssen und tiefblauen Seen, bunten Häusern im Spielzeugformat, Straßen im Tal, Forstwege, die sich in Kehren die Anhänge hinauf schlängeln.

Unser Flug hat uns Richtung Osten, entlang der Nordkette geführt. Immer wieder habe ich Walter gefragt, ob nicht der Abstand zur Felswand zu gering ist. Tatsächlich waren es aber immer ausreichende 100 bis 200 Meter. Nach Anmeldung und Genehmigung des Towers am Flughafen Innsbruck haben wir die Luftstraße des Inntals gequert und sind ins Zillertal weitergeflogen. Für unsere geplante Flugroute war offensichtlich das Erreichen der notwendigen Flughöhe im Bereich Gerlosspass - häufig eine Wetterscheide - ein Knackpunkt. Walter hat dies perfekt gemeistert. Über Zell am See durchs Salzburger Land führte unsere Route dann in die Steiermark. Links unten lag die beeindruckende Szenerie des Steinernen Meers, gerade voraus das mächtige Dachsteinmassiv. In diesem Bereich tummelten sich viele andere Segelflugzeuge, die genauso wie die Drachenflieger und Paragleiter diesen schönen Frühlingstag nutzten.

Wir hatten den Umkehrpunkt unseres Fluges erreicht. Zurück ging es auf einer ähnlichen Route nach Innsbruck.

Beeindruckend für mich war, wie es Walter immer wieder geschafft hat, Bereiche mit ausreichender Thermik zu finden, in denen wir uns dann mit 2 bis 3 m/s Steiggeschwindigkeit bis in Höhen von mehr als 3.000 m hochgeschraubt haben. Viel Erfahrung mit den Wetterverhältnissen und den kleinräumigen Luftströmungen im Gebirge, Bereichen mit Thermik und tragenden Aufwinden, gehört dazu. Beeindruckend wie ein erfahrener Pilot diese findet und nutzt, um Höhe zu gewinnen. Dort angekommen wurde dann eine "tragende Linie" gesucht, die uns dann ohne große Höhenverluste - wie einer Perlenkette aufgereihte Thermikbereiche - weitergetragen hat.

Faszinierend für mich war, ohne Motor, nur mit Windenergie, nahezu lautlos, in knapp fünf Stunden mehr als 390 km zu fliegen. Beeindruckende Aussichten auf unser Land von oben zu genießen, getragen von Aufwinden und anderen Luftströmungen, gekonnt genutzt von einem erfahrenen Piloten.

Ein unvergessliches Erlebnis,

dafür herzlichen Dank!

Heinz Tiefenthaler